Instagram | Zwischen Glitzer und Realität

Sobald du einen Instagram Account hast, kannst du selbst entscheiden, wie andere dich sehen sollen. Du kannst dich präsentieren wie du gerne sein möchtest, auch wenn es nicht der Wahrheit entspricht.

Sobald du ein Foto auf Instagram hochlädst, bist du in eine Schublade gesteckt. Egal ob Fashion, Food oder Travel, egal ob hochwertige Spiegelreflexkamera oder Smartphone Bilder, gut beleuchtete oder aus dem abgedunkelten Raum erstellte Fotos. Ob die Fotos gestellt oder real sind, das entscheidest du.

Aber mal Butter bei die Fische: Wer auf Instagram ist 100% real? Jeder will sich von seiner perfekten Seite zeigen. Niemand will eine schiefliegende Pommes sehen. Aber sind wir mal ehrlich, wen juckt es, wie das Essen auf seinem Teller liegt, wenn du nicht gerade dein Rezeptbuch verkaufen möchtest? Selbst ich als Produkttester versuche immer die mir möglichst beste Qualität an Fotos zu erreichen, welche sich mit meiner Kamera erreichen lässt. Das liegt aber leider an meiner Art, mich an Dingen so lange aufzuhalten, bis sie in meinen Augen „perfekt“ wirken. Das ist aber ein anderes Thema.

 

Ich muss sagen, es ist unheimlich schwer mit einem Hobby-Blog, wo es nicht in eine ‚bestimmte Richtung‘ geht oder um ein ‚bestimmtes Thema‘, die Kurve in Richtung Bekanntheitsgrad zu kriegen. Auf Instagram überlege ich mir 5-6-mal, ob ich ein Bild wirklich so posten soll, oder ob ich doch noch 50 weitere Versuche machen soll, damit es doch hübscher wirkt? Ist der Winkel in Ordnung? Wie könnte der Instagram-Community reagieren? Hui? Pfui?

Ich habe immer das Problem, wenn ich ein Bild hochladen möchte, dass ich den Sprung zwischen ‚professionell‘ und ‚realität‘ nicht schaffe.

Manchmal ist es mir zu real und eine innere Stimme sagt: „Ich kann nicht mit den anderen mithalten! Das sieht ja grausam aus. Schau dir doch mal die anderen an!“, dann ist es zu professionell und ich denke mir: „Wow, ich habe es geschafft! Aber es hat einiges an Zeit gekostet. Hat es sich dafür gelohnt?‘.

Wenn man das alles alleine organisiert, dauert der ‚professionellere‘ Weg eben etwas länger. Bilder machen, auswählen, bearbeiten, hochladen, mit den richtigen – mit unbedingt immer passenden – Hashtags versehen, damit sie auch gefunden werden, 50-100 likes (bei mir). Ob ich als Hashtag „Cat“ eingebe und eine Katze wirklich auf dem Bild zu sehen ist, interessiert Instagram nämlich nicht. Traffic baby…

Die Realität sieht etwas anders aus:  Foto, Filter, Text, Hashtags die zum Bild passen, hochladen, 5 – 10 likes – wenn überhaupt.

Also was ist einem der Aufwand wert? Über viele Hashtags sind Bots die Fotos mit bestimmten Hashtags automatisch liken und dir Folgen. Man darf nicht vergessen, Bots sind keine echten aktiven Follower. Sie sind nur eine Zahl. Im ersten Moment freust du dich, aber spätestens dann, wenn du auf eine Frage gerne eine Antwort hättest, merkst du, dass du dich in einem Wald voller toter Bäume befindest.

Mal ganz ehrlich, man macht sich selbst mit den Followerzahlen viel zu viel Druck. Du siehst die ganzen anderen Accounts und möchtest natürlich mithalten. Tolle Fotos, super Beleuchtung, klasse Winkel, alles perfekt. Was für ein Aufwand dahinter steckt sieht natürlich niemand, außer du selbst, wenn du mithalten möchtest.

Ich habe auch schon ganz viele Accounts gesehen, die ’nicht‘ diese perfekten Fotos hatten, dafür ganz viele Liebe zum Detail. Liebevolle und privatere Bilder, die Pommes liegt mal nicht gerade, sondern so wie sie fiel. Das Bild ist nicht super ausgeleuchtet, damit man jede einzelne Falte zählen kann. Nein. Es ist einfach nur ein Foto aus dem leben einer Person. Ich bin froh das es auch noch reale Menschen auf Instagram gibt, die einem immer wieder zeigen, wie toll man doch sein kann, ohne sich zu verstellen oder eine falsche Welt vorzugaukeln.

Welche Accounts sind dir lieber?

1. Herzliche kleine mit viel Liebe zum Detail

2. Professionelle perfekte Traumwelten

3. Die Realität, einfach wie es kommt

Vielen Dank fürs lesen.

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